Im Frühjahr erzählt mir ein japanischer Freund oft von seinen Pollenbeschwerden. Wetterberichte verfolgen die Ausbreitung, und manche Menschen tragen Maske und Brille. Einer der Hauptauslöser ist die Sugi, die Japanische Sicheltanne. Der Baum ist heimisch, doch ein großer Teil der heutigen Bestände stammt aus Pflanzungen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg förderte die Wiederaufforstung, unter anderem zur Holzversorgung, große Anpflanzungen. Rund 80 Jahre später trägt ihr Pollen zu einem Problem bei, das die Lebensqualität vieler Menschen beeinträchtigt. Die Geschichte zeigt, wie langfristig sich forstpolitische Entscheidungen auswirken können.

Wiederaufforstung und langfristige Auswirkungen
Nach 1945 brauchte Japan viel Holz für den Wiederaufbau. Die Landschaft war von Abholzungen geprägt. In den 1950er-Jahren förderten die Behörden eine Politik zur Ausweitung forstlicher Pflanzungen, um Vorräte wiederherzustellen und die Nachfrage nach Baumaterial zu decken.
Sugi und Hinoki, eine japanische Zypressenart, wurden in großem Umfang gepflanzt. Wachstum und Holzeigenschaften machten Sugi für den Bau interessant. In manchen Gebieten ersetzten Nadelholzpflanzungen deshalb Laubwaldbestände.
Die Konkurrenz durch importiertes Holz und die Bewirtschaftungskosten erschwerten später die Pflege mancher Wälder, besonders seit den 1970er-Jahren. Die Bäume wurden älter. Sugi produzieren nach etwa 30 Jahren viel Pollen und treten damit in eine Phase hoher Pollenproduktion ein, die je nach Bedingungen unterschiedlich ausfällt.
Mehr als eine juckende Nase
Pollen können mit dem Wind teils über weite Strecken transportiert werden. Wetter, Gelände und städtische Oberflächen beeinflussen die Belastung und das erneute Aufwirbeln. Daraus folgt nicht, dass ganz Japan gleichermaßen ungünstige Bedingungen hat.
Belastung bei der Arbeit und im Alltag
Allergische Symptome können Konzentration und Produktivität beeinträchtigen, den Schlaf stören oder zu Fehlzeiten führen. Die wirtschaftlichen Folgen hängen von der Bewertungsmethode ab. Ohne eine genau benannte Untersuchung sollte man einem Ministerium keine bestimmte Zahl zuschreiben.
Die Allergie ist also mehr als eine leichte Reizung. Sie zeigt eine zu berücksichtigende Umweltfolge für Waldbewirtschaftung und öffentliche Gesundheit.
Wie lassen sich bestehende Wälder verändern?
Zu den begonnenen Maßnahmen gehören die Auswahl und Pflanzung pollenarmer Sugi-Sorten sowie die schrittweise Erneuerung bestimmter Bestände. Die Größe der betroffenen Flächen verlangt langfristige Arbeit, macht Veränderungen aber nicht unmöglich.
Neue Absatzmöglichkeiten für Holz, die Pflege der Bestände und bessere Vorhersagen gehören zu den untersuchten oder bereits eingesetzten Maßnahmen. Das bedeutet weder, dass alle öffentlichen Gebäude zwingend Sugi-Holz verwenden müssen, noch dass Vorhersagen unfehlbar wären. Auch zur Verringerung der Pollenproduktion wird geforscht.
Diese Geschichte lädt dazu ein, bei forstpolitischen Entscheidungen über kurzfristige Vorteile hinauszudenken. Holzproduktion, Artenvielfalt, Waldpflege und die Gesundheit der Bevölkerung müssen gemeinsam betrachtet werden.
Eine Reise im Frühjahr vorbereiten
Wenn Sie gegen Sugi- oder Hinoki-Pollen allergisch sind, kann ein Aufenthalt auf Honshu im März und April Vorsichtsmaßnahmen erfordern. Manche Regionen haben eine andere Belastung, sind aber nicht frei von sämtlichen Pollen. Hokkaido hat in weiten Teilen weniger Sugi. Im Süden kommen sie jedoch vor, und andere Pollen, etwa von Birken, können ebenfalls Probleme verursachen. Okinawa ist in der Regel weniger Sugi-Pollen ausgesetzt, bietet aber keine Garantie für eine allergenfreie Umgebung. Die Ogasawara-Inseln, je nach Verbindung in etwa 24 Stunden mit dem Schiff von Tokio erreichbar, haben eine andere Umwelt als Honshu. Ihre Abgelegenheit bedeutet nicht, dass dort keine Allergierisiken bestehen.
Fragen Sie vor der Abreise eine medizinische Fachperson nach dem Umgang mit Ihrer Allergie und nehmen Sie Ihre übliche Behandlung nach deren Empfehlung mit. Eine gut sitzende Maske kann die Belastung verringern. Die Kennzeichnung KF80 ist keine allgemeine Voraussetzung für Japanreisen. Beachten Sie örtliche Vorhersagen, vermeiden Sie das Einschleppen von Pollen über Kleidung und informieren Sie sich über Ihre Unterkunft. Nach Mai oder im Winter kann die Belastung durch Sugi abnehmen; die Jahreszeiten anderer Pollen bleiben zu berücksichtigen.