Bin ich der Einzige, der nach einer Japanreise beim Blick auf die Kreditkartenabrechnung zusammengezuckt ist?

Wenn die Medien täglich von einem historisch schwachen Yen berichten, sind die sozialen Netzwerke voller Einkaufslisten für Don Quijote: „100 Yen kosten weniger als 900 Won!“ Mein Kontostand spiegelte dieses Versprechen allerdings nicht wider. Ich erinnere mich an meinen ersten Aufenthalt in Tokyo: „10.000 Yen, nicht einmal 90.000 Won — das ist ja fast geschenkt!“, sagte ich immer wieder und zahlte mit Karte. Die Folgen trug mein Ich im nächsten Monat. Ein Mittagessen für 1.500 Yen wirkte günstig, weil es weniger als 14.000 Won entsprach; ein Kaffee für 500 Yen schien kaum ins Gewicht zu fallen. Weil jeder kleine Einkauf billig erschien, überschritt die Summe am Ende das Budget.

Ein fallender Yen bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Reise günstiger wird. Die vor der Abreise in Won bezahlten Flüge und Unterkünfte bilden diesen Rückgang nicht immer ab. Seit nach der Pandemie wieder viele Touristen kommen, können ihre Preise sogar kräftig steigen. Meiner Erfahrung nach sind auch die Ausgaben vor Ort gewachsen: Ramen, die früher 800 Yen kosteten, lagen nun über 1.000 Yen; auch Pässe und Eintrittspreise wurden teurer. Hinzu kommt gegebenenfalls die Verbrauchsteuer von 10 %. Prüfen Sie dabei, ob sie bereits im Preis enthalten ist. So stellt man immer wieder fest, dass ein Tag mehr kostet als gedacht.

Ein günstiger Wechselkurs macht sich vor allem bei variablen Ausgaben vor Ort bemerkbar, etwa für Essen, Einkäufe und Verkehrsmittel. Preissteigerungen und Steuern können diesen Vorteil teilweise aufzehren. Statt bei allgemeinen Aussagen zu bleiben, erkläre ich deshalb anhand meiner Fehler und Erfahrungen, wie sich ein realistisches Japanbudget aufstellen lässt. Beginnen wir mit den beiden großen Säulen: Flug und Unterkunft.


Flüge und Hotels: Sind sie wirklich so günstig?

Flüge und Unterkünfte werden häufig in Won bezahlt und sind daher weniger unmittelbar vom Wechselkurs abhängig. In vielen Fällen machen sie mehr als die Hälfte des Budgets aus. Zugleich bestimmen sie wesentlich, wie angenehm und zufriedenstellend die Reise wird.

Flugpreise unterscheiden sich je nach Reisezeit enorm. In den Beispielen dieses Berichts konnte eine Aktion einer Billigfluggesellschaft unter 200.000 Won liegen, doch solche Gelegenheiten waren selten. Rund 300.000 bis 400.000 Won einzuplanen erschien realistischer; zu gefragten Zeiten wie der Kirschblüte oder zum Jahresende waren auch deutlich mehr als 500.000 Won möglich. Wer nur wegen des sinkenden Yen kurzfristig sucht, kann deshalb überrascht werden. Achten Sie außerdem auf die Flugzeiten: Eine sehr späte Ankunft und ein Rückflug im Morgengrauen verkürzen den tatsächlichen Aufenthalt vor Ort, mitunter um ungefähr einen ganzen Tag. Frühzeitig zu vergleichen, mindestens 3 Monate vorher, und dabei Abflüge am Dienstag oder Mittwoch zu prüfen, kann Nerven und Geldbeutel schonen.

Noch stärker überraschten mich die Hotels. In Tokyo und Osaka hat die touristische Nachfrage die Preise steigen lassen. Saubere Businesshotels, die früher 50.000 bis 70.000 Won für 1 Nacht kosteten, waren bei meinen Recherchen kaum noch zu finden. Im Zentrum konnte selbst ein winziges Zimmer 150.000 Won für 1 Nacht kosten, etwa bei Ketten wie APA oder Toyoko Inn, in deren Zimmern zwei geöffnete Koffer fast den gesamten Platz belegen. Als ich zuletzt Osaka plante, veranlassten mich die Preise rund um Namba, etwas weiter außerhalb zu suchen.

Dann müssen Sie abwägen: mehr für eine zentrale Lage und kurze Wege bezahlen oder am Stadtrand ein günstigeres, größeres Zimmer finden und zusätzliche Fahrten in Kauf nehmen. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, wohl aber klare Kriterien.

  • Zentrales Businesshotel: Für kurze Aufenthalte, bei denen selbst 1 Minute und 1 Sekunde zählen. Kürzere Wege lassen mehr Zeit für Besichtigungen. Das Zimmer muss man dabei allerdings häufig als reinen Schlafplatz betrachten.
  • Hotel oder Airbnb am Stadtrand: Eine Überlegung wert bei mindestens 4 Nächten oder für eine Gruppe. In den Beispielen dieses Berichts konnten 30 zusätzliche Minuten Fahrt am Morgen 30.000 bis 40.000 Won bei der Unterkunft sparen. Ein etwas einheimischeres Viertel kennenzulernen ist ein zusätzlicher Gewinn.
  • Kapselhotel oder Hostel: Weiterhin eine interessante Möglichkeit für Alleinreisende, die ihr Budget stark begrenzen müssen. Dafür muss man mehr Lärm und weniger Privatsphäre akzeptieren.

Die Wahl von Flug und Unterkunft verändert das Gesamtbudget also grundlegend. Anhand meiner Richtwerte vergleiche ich hier eine besonders sparsame mit einer bequemeren Variante. Es sind Beispiele, die Sie an aktuelle Angebote und Ihren eigenen Reisestil anpassen sollten.

Tokyo mit 2 Nächten und 3 Tagen: sehr knappes Budget

Flug: 200.000 Won als Aktionsangebot; Unterkunft: 80.000 Won für 2 Nächte im Kapselhotel; Essen: 60.000 Won, überwiegend Konbini und Gyudon; Verkehrsmittel und sonstige Ausgaben: 50.000 Won. Gesamt: etwa 390.000 Won. In diesem Beispiel möglich, ohne Garantie für einen komfortablen Aufenthalt.

Tokyo mit 2 Nächten und 3 Tagen: realistischeres Budget

Flug: 350.000 Won; Unterkunft: 250.000 Won für 2 Nächte im Businesshotel; Essen: 150.000 Won einschließlich Restaurants und Cafés; Verkehrsmittel und sonstige Ausgaben: 100.000 Won. Gesamt: etwa 850.000 Won. Die für diesen Vergleich zugrunde gelegte übliche Variante.

Sind die großen Posten für Flug und Unterkunft festgelegt, müssen die Ausgaben vor Ort berechnet werden. Dort wirkt sich der Wechselkurs unmittelbarer aus. Nun kommt es auf die täglichen Entscheidungen an.

Was die Ausgaben vor Ort wachsen lässt

Sie sind in Japan angekommen. Jetzt profitieren Sie konkret von einem günstigen Wechselkurs — zugleich beginnen die kleinen Ausgaben, Löcher ins Budget zu reißen.

Zunächst die Verkehrsmittel: Sie gelten als teuer. Bei einem Einstiegspreis von etwa 180 Yen, im Beispiel ungefähr 1.600 Won, scheint die U-Bahn in Tokyo nur etwas teurer als in Korea. Beim Wechsel zwischen Betreibern können jedoch separate Fahrpreise entstehen, ohne eine dem koreanischen System vergleichbare Ermäßigung. Ein Tag mit mehreren Fahrten kostet leicht mehr als 1.000 Yen. Viele Reisende betrachteten deshalb den JR Pass als universelle Lösung. Nach seiner deutlichen Preiserhöhung im Oktober 2023 sollten Sie jedoch die Preise auf der offiziellen Website prüfen und genau ausrechnen, ob er sich lohnt. Ohne lange Strecken, etwa Shinkansen-Fahrten zwischen Tokyo und Osaka, ist das besonders schwierig. Auch eine bloße Hin- und Rückfahrt garantiert nicht, dass der Pass vorteilhaft ist. Für gewöhnliche Fahrten kann das Aufladen einer Suica oder PASMO wesentlich günstiger sein.

Auch das Essen zählt. Es gibt gute preiswerte Möglichkeiten, etwa ein Gyudon für 500 Yen oder Ramen für 1.000 Yen in den Beispielen dieses Berichts. Aber möchten Sie jeden Tag ausschließlich das essen? Ein Kaffee in einem schönen Café kann 700 Yen kosten, ein Abendessen mit Sushi oder Yakiniku leicht mehr als 5.000 Yen pro Person. Konbini sind praktisch; weil gutes Essen jedoch viel zur Freude an einer Reise beiträgt, sollten Sie dafür lieber etwas Spielraum einplanen, statt diesen Posten zu stark zu kürzen.

Praktische Tipps für Reisende

Wie lässt sich die Reise genießen, ohne das Budget zu sprengen? Hier sind einige konkrete Gewohnheiten, die ich auf meinen Reisen gelernt habe — ohne Wundermittel.

Erstens: Planen Sie, wie Sie Geld wechseln und mit Karte bezahlen. Karten wie Travel Wallet oder Travelog bieten zu ihren jeweiligen Bedingungen einen gebührenfreien Währungsumtausch und den Erlass bestimmter Gebühren bei Auslandszahlungen. Den benötigten Betrag in der App aufzuladen ist praktisch. Prüfen Sie dennoch die für Ihre Karte geltenden Grenzen und Gebühren. Als Reserve für Unvorhergesehenes empfiehlt dieser Bericht Bargeld im Gegenwert von 30.000 bis 50.000 Won, etwa für kleine Lokale ohne Kartenzahlung. Passen Sie diesen Vorrat an Ihre Reiseziele und Ihre Möglichkeiten zum Geldabheben an.

Zweitens: Vertrauen Sie Verkehrspässen nicht blind. Zeichnen Sie vor der Abreise Ihre Wege in Google Maps nach und addieren Sie die einzelnen Fahrpreise. Liegt die Summe unter dem Preis des Passes, brauchen Sie ihn nicht zu kaufen. Wenn Sie in einer einzigen Stadt bleiben, reicht häufig eine aufladbare Fahrkarte.

Drittens: Nutzen Sie Supermärkte und die Lebensmittelabteilungen der Kaufhäuser. Ein Brot oder Joghurt aus einem Geschäft beim Hotel kann fürs Frühstück genügen. Abends, etwa nach 19:00 bis 20:00, bieten Lebensmittelabteilungen von Kaufhäusern Sushi, Frittiertes und Bentos manchmal mit 30 bis 50 % Rabatt an. In die Unterkunft mitgenommen ergeben sie ein angenehmes Abendessen und senken zugleich die Ausgaben deutlich.

Und schließlich: Planen Sie immer einen Posten für „sonstige Ausgaben“ ein. Ein spontan gekauftes kleines Andenken, ein Regenschirm wegen eines Schauers oder ein Schließfach für zu schweres Gepäck: Unvorhergesehene Ausgaben gehören zum Reisen. Ein täglicher Puffer von etwa 1.000 bis 2.000 Yen kann den Stress eines überschrittenen Budgets vermeiden.

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