An der Oberfläche sieht man Rasenflächen und einen Fußballplatz. Darunter befindet sich ein Wassersystem, dessen Tunnel 50 Meter unter der Erde verlaufen. Das besichtigbare Ausgleichsbecken liegt weniger tief. Seine 59 Betonsäulen mit 18 Metern Höhe stehen in einer Halle von ungefähr zwei Fußballfeldern Größe. Schon auf Fotos wirkt der Ort unwirklich; vor Ort wird seine Dimension noch deutlicher.
Die tief liegenden Flächen des Einzugsgebiets nördlich von Tokio werden bei Taifunen und starkem Regen regelmäßig überflutet. Nach 13 Jahren Bauzeit und Investitionen von ungefähr 230.000.000.000 Yen, je nach angenommenem Wechselkurs etwa 2.000.000.000.000 Won, entstand der unterirdische Hochwasserableitungskanal der Metropolregion. Er nimmt einen Teil des Wassers benachbarter Flüsse auf und leitet es zum Edogawa weiter. Das Bauwerk zeigt, welche Dimensionen Ingenieurbau zum Schutz vor Überschwemmungen annehmen kann.

Säulen von jeweils ungefähr 500 Tonnen
Der unterirdische Hochwasserableitungskanal beeindruckt zuerst durch seine Größe. Eines seiner Hauptelemente, das Ausgleichsbecken, auch Surge Tank, ist 177 Meter lang, 78 Meter breit und 18 Meter hoch. Seine Fläche entspricht ungefähr zwei Fußballfeldern, abhängig von den gewählten Vergleichsmaßen.
Im Inneren stehen 59 Betonsäulen mit 18 Metern Höhe und jeweils etwa 500 Tonnen Gewicht. Ihre Reihen erinnern an eine monumentale Kolonnade und gaben der Halle den Beinamen unterirdischer Tempel.
Das Netz erstreckt sich über 6,3 km und nimmt Wasser aus benachbarten Flüssen auf. Die Pumpstation verwendet von Gasturbinen angetriebene Pumpen. Die 4 Einheiten mit jeweils 14.000 PS können zusammen 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zum Edogawa fördern. Das Bild eines in 1 Sekunde geleerten 25-Meter-Schwimmbeckens vermittelt die Fördermenge, hängt aber natürlich von dessen Breite und Tiefe ab.
Wenn die Flusspegel steigen
Der Hochwasserschutz beruht hier auf der Weiterleitung des Wassers durch mehrere Bauwerke. Die Funktionsweise lässt sich in 3 Schritten erklären.
Große senkrechte Schächte
Das Wasser fließt in Bauwerke, die mit senkrechten Schächten verbunden sind. Deren Maße liegen ungefähr in der Größenordnung von 30 Metern Durchmesser und 70 Metern Tiefe. Die 5 Schächte sammeln das Wasser und leiten es zum Tunnel. Ihre Größe erlaubt spektakuläre Vergleiche mit großen Bauwerken, doch sie haben nicht alle exakt dieselben Abmessungen.
Erst ausgleichen, dann pumpen
Das Becken stabilisiert die Betriebsbedingungen der großen Pumpen und hilft, Druckschwankungen insbesondere beim Abschalten zu beherrschen. Die Säulen tragen die Decke. Die Masse des Bauwerks trägt außerdem zum Widerstand gegen den Auftrieb durch Grundwasser bei. Diese konkreten Aufgaben verbinden Tragwerk und Strömungsmechanik.
Eine Kulisse wie aus einem fantastischen Film
Über seinen Nutzen hinaus besitzt der Ort eine besondere Ästhetik der Ingenieurtechnik. Säulen, kühle Luft, Licht und Schatten bilden einen geometrischen Raum, der direkt aus einem Science-Fiction-Film stammen könnte.
Der Ort diente als Kulisse für audiovisuelle Produktionen und regt besonders fantastische Vorstellungen an. Seine Architektur kann an die Welten von Godzilla, Kamen Rider oder Verliese in Videospielen erinnern. Nicht jede Ähnlichkeit beweist aber einen bestimmten Dreh oder eine konkrete Übernahme. Der Ausdruck „unterirdischer Tempel“ beschreibt auch den Eindruck eines Bauwerks, dessen Maßstab gewöhnliche Räume weit übertrifft.
Bei Führungen lassen sich Funktion und Geschichte des Bauwerks kennenlernen. Während einer Tokio-Reise bietet dieser Ausflug nach Saitama einen ungewöhnlichen Blick auf die Infrastruktur zur Gefahrenvorsorge, die die Region schützt.
Was Sie vor dem Besuch prüfen sollten
Der Ort liegt in Kasukabe in der Präfektur Saitama. Je nach Ausgangspunkt braucht man vom Zentrum Tokios mehr als 1 Stunde. Der nächste Bahnhof ist Minami-Sakurai an der Tobu Urban Park Line. Lesen Sie die offiziellen Hinweise zur letzten Wegstrecke, zu Taxis und möglichen Shuttles.
Reservieren Sie vorher auf der offiziellen Website und prüfen Sie die Bedingungen der gewählten Führung. Besichtigungen können ausfallen, wenn die Anlage arbeitet, besonders bei starkem Regen. Die Tunnel liegen 50 Meter tief, die besuchte Halle befindet sich aber näher an der Oberfläche. Nehmen Sie eine leichte Jacke und Schuhe mit, die für Treppen und mitunter feuchte Böden geeignet sind. Prüfen Sie anschließend die Regeln für Fotos und Stative.