Als ich aus dem Flughafen trat, schlug mir warme, feuchte Luft entgegen. Schon der kurze Weg zur Unterkunft mit dem Koffer hatte mich ins Schwitzen gebracht. Ich hatte großen Durst. Das Licht eines Konbini wirkte wie eine Oase. Ich steuerte direkt auf das Wasserregal zu – und stand vor neuen Fragen.
Vor mir türmte sich eine regelrechte Wand aus Flaschen. Ich dachte, eine durchsichtige Flüssigkeit in einer durchsichtigen Flasche müsse gewöhnliches Wasser sein. Doch zwischen Namen wie SUNTORY und KIRIN und den vielen japanischen Schriftzeichen sahen die Sorten ähnlich aus, ohne gleich zu sein. Auf manchen stand 天然水, natürliches Wasser, auf anderen 強炭酸, stark sprudelnd. Ich war unsicherer als erwartet.
Mein Durst wurde größer, und schließlich griff ich zu einer Flasche mit blauem Etikett. Blau bedeutete für mich Frische, und das Bild eines Berges schien meine Wahl zu bestätigen. Nach dem Bezahlen hätte mich das Zischen beim Öffnen des Verschlusses stutzig machen sollen.
Ich trank zu hastig. Die Kohlensäure überraschte mich so sehr, dass ich husten musste. Ich wollte stilles Wasser, kein stark sprudelndes. Mein erster Kauf von Wasser in einem japanischen Konbini entsprach also überhaupt nicht meinen Wünschen. Noch wusste ich nicht, dass mich dieser kleine Fehlgriff dazu bringen würde, die Etiketten genauer anzusehen.
Welche dieser vielen Flaschen soll es sein?
Nach diesem Erlebnis schaute ich mir das Regal genauer an. Worin unterschieden sich all diese Wasser eigentlich?
Ein Vergleichskriterium ist die Wasserhärte, also die Unterscheidung zwischen hartem Wasser, 硬水, und weichem Wasser, 軟水. Sie hängt vor allem vom Gehalt an Kalzium und Magnesium ab und kann den Geschmack beeinflussen. Da ich aus Korea eher weiches Wasser gewohnt war, kamen mir viele japanische Wasser vertraut vor, etwa die stillen Varianten von Suntory Tennensui oder I LOHAS. Entscheidend bleiben das konkrete Produkt und der persönliche Geschmack.
Härteres Wasser kann im Mund mineralischer wirken. Ein Beispiel ist Evian aus Frankreich, das manche Geschäfte führen. Einige mögen diesen Geschmack, andere empfinden ihn als ausgeprägter. Daraus sollte man nicht automatisch einen gesundheitlichen Vorteil ableiten. Wenn Sie einen vertrauten Geschmack suchen, achten Sie auf die angegebene Härte und wählen Sie ein passendes Wasser.
Diese Flasche enthielt kein gewöhnliches stilles Wasser
Die Wasserhärte erklärte meinen ersten Fehlgriff nicht. Überrascht hatte mich beim Trinken eindeutig die Kohlensäure, denn ich hatte stilles Wasser erwartet.
Japanische Konbini bieten eine große Auswahl an Sprudelwasser, 炭酸水. Wer Japanisch nicht gut lesen kann, hat ein Problem: Manche Verpackungen sehen denen von stillem Wasser ähnlich. Ein blaues Etikett reicht daher nicht als Hinweis. Suchen Sie nach 炭酸水 oder dem englischen Wort SPARKLING: Beides weist auf Kohlensäure hin.
Dieselbe Marke, etwa Suntory Tennensui oder I LOHAS, kann mehrere Getränkesorten nebeneinander anbieten. Die folgenden Hinweise helfen, sich nicht allein auf das Aussehen zu verlassen.
- Achten Sie auf: 炭酸 Um sich Ihrer Wahl zu 100 % sicher zu sein, lesen Sie die vollständige Produktbezeichnung: 炭酸水 bedeutet Sprudelwasser, 強炭酸 weist auf starke Kohlensäure hin. Verlassen Sie sich nicht auf ein einzelnes Wort zwischen den übrigen Angaben.
- Die Farbe des Verschlusses Manche Produktreihen unterscheiden stilles Wasser und Sprudelwasser durch die Verschlüsse. Bei Suntory wurden beispielsweise weiße oder grünliche Verschlüsse verwendet. Verpackungen ändern sich jedoch; die Farbe allein ist keine verlässliche Regel.
- Die kleinen Bläschen Wenn Sie die Flasche vorsichtig neigen, erkennen Sie manchmal Bläschen. Das kann ein weiterer Hinweis sein. Dass keine zu sehen sind, ersetzt jedoch nicht das Lesen des Etiketts.
Wer Wasser ohne zugesetzten Geschmack möchte, muss mehr beachten als die Kohlensäure. Eine durchsichtige Flasche mit Pfirsichen, Äpfeln oder Mandarinen auf dem Etikett kann aromatisiertes Wasser, フレーバーウォーター enthalten. Dazu gehören manche I-LOHAS-Produkte. Sie sehen wie Wasser aus, können aber Aromen und Zucker enthalten. Wenn Sie reines Wasser suchen, lesen Sie die Zutaten und achten Sie auf Obstabbildungen. Die Wörter もも, momo, Pfirsich, oder みかん, mikan, Mandarine, können die Geschmacksrichtung verraten.
Praktische Tipps für Ihre Reise
Mit diesen Hinweisen müssen Sie hoffentlich nicht mehr als 5 Minuten unentschlossen vor dem Kühlregal stehen. Einige Wörter erleichtern die Suche. Lesen Sie trotzdem auch die übrigen Flaschenangaben.
Hilfreiche Bezeichnungen sind etwa 天然水, natürliches Wasser, oder ナチュラルミネラルウォーター, natürliches Mineralwasser. Sie beschreiben das Wasser, garantieren aber nicht zu 99 %, dass es still und ohne Aroma ist. Prüfen Sie immer die Kohlensäurehinweise und Zutaten. Bei folgenden Produktreihen lassen sich die naturbelassenen Varianten gut erkennen.
Suntory Tennensui (サントリー天然水)
Eine weitverbreitete Produktreihe, deren reines Wasser für mich leicht und klar schmeckt. Damit Ihnen 0 Fehlgriffe passieren, prüfen Sie, ob Sie tatsächlich die gewünschte stille Variante und kein anderes Getränk der Reihe nehmen.
Auch die Eigenmarken der Konbini können interessant sein. Reihen von 7-Eleven, FamilyMart oder Lawson boten Wasser um 100 Yen an, in den verglichenen Beispielen manchmal 20 bis 30 Yen günstiger als andere Produkte. Preise, Größen und Namen ändern sich: Vergleichen Sie vor Ort. Wenn Ihnen das Wasser schmeckt, lässt sich damit leicht ein kleiner Betrag sparen.
Wenn Sie dagegen gern Kohlensäure trinken, suchen Sie im Bereich 炭酸水. Eine bekannte Marke ist Wilkinson, mit kräftig sprudelndem Wasser und verschiedenen aromatisierten Varianten, je nach Angebot etwa Zitrone oder Limette. Entscheiden Sie anhand des Namens und der Zutaten, statt sich auf eine veränderliche Etikettfarbe zu verlassen.
Eine mit trinkbarem Leitungswasser gefüllte Trinkflasche kann außerdem Kosten und Einwegflaschen sparen. Japans öffentliche Wasserversorgung bereitet Wasser nach Hygienevorgaben auf. Beachten Sie dennoch örtliche Hinweise und Angaben Ihrer Unterkunft. Informationen zum Tokioter Netz finden Sie auf der offiziellen Website des Wasserwerks Tokio. Nutzen Sie in Ihrer Unterkunft eine ausdrücklich als Trinkwasser geeignete Entnahmestelle und den Kaltwasserhahn. Lassen Sie das Wasser bei Bedarf kurz laufen, bis es frisch ist. Mit diesen Anhaltspunkten finden Sie das passende Getränk mit deutlich weniger Zögern.