
Da meine Reisen meist keine langen Flüge umfassten, bin ich oft mit Billigfluggesellschaften, sogenannten LCC, geflogen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir mehrere Flüge mit Air Busan und Air Seoul, bei denen der Sitzabstand recht angenehm war. Ich bin etwa 178 cm groß, also nicht außergewöhnlich groß. Trotzdem erschienen mir die Sitze von Air Busan und Air Seoul im Vergleich zu anderen LCC deutlich geräumiger.
Wenn mich etwas neugierig macht, möchte ich den Grund verstehen. Wie kommen solche Unterschiede zwischen Billigfluggesellschaften zustande? Als ich vor meiner Japanreise im August nach Tickets suchte, habe ich mich deshalb näher damit beschäftigt. Ich hielt es zunächst für einen bloßen Eindruck, doch die Unterschiede gibt es tatsächlich. Sie hängen von der Fluggesellschaft ab und sogar innerhalb derselben Gesellschaft vom Flugzeugmodell. Wenn Sie häufig mit LCC fliegen, kennen Sie das vermutlich ebenfalls. Hier finden Sie die Punkte, die Sie bei Ihrer nächsten Buchung im Blick behalten sollten.
Zunächst: Was bedeutet eigentlich „Pitch“?
Das wusste ich anfangs selbst nicht: Der Abstand zwischen den Sitzreihen in Längsrichtung heißt „Pitch“. Er wird in Zoll gemessen. Da 1 Zoll 2,54 cm entspricht, beträgt der Unterschied zwischen 28 und 32 Zoll ungefähr 10 cm. Das verändert den Platz für die Knie erheblich.
Beim Ticketvergleich lohnt sich deshalb ein Blick auf den Pitch in Zoll, statt sich nur auf einen ungenauen Eindruck wie „Die Sitze dieser Gesellschaft sind eng“ zu verlassen. Bei gleichem Preis sind schon 1 bis 2 Zoll mehr Abstand interessant.
Vergleich des Sitzabstands koreanischer Fluggesellschaften (Stand 2026)
Folgendes habe ich bei meiner Recherche gefunden.
Korean Air und Asiana Airlines: 31 bis 34 Zoll
Diese großen Gesellschaften bieten in der Regel einen angenehmen Sitzabstand. Die Tickets kosten mehr, dafür sind ihre Sitze am geräumigsten.
Air Busan und Air Seoul (A320 und A321): 29 bis 32 Zoll
Sie gehören zu den LCC mit dem großzügigsten Platzangebot. Mein positiver Eindruck an Bord war also kein Zufall. In Online-Bewertungen schreiben viele Reisende, sie würden lieber „etwas mehr bezahlen und Air Busan oder Air Seoul nehmen“. Ihr Streckennetz ist noch begrenzt, aber Air Busan kann ich wirklich empfehlen.
Jeju Air, Jin Air und T’way (B737-800): 29 bis 31 Zoll
Das ist der bei LCC häufigste Sitzabstand. Das Maximum liegt bei 31 Zoll und damit 1 Zoll unter Air Busan und Air Seoul. Große Menschen können selbst diesen Unterschied von 1 Zoll spüren.
Eastar Jet (B737-900ER, nur 2 Flugzeuge): 28 bis 30 Zoll
Das ist die engste Spanne. Bei 28 Zoll können die Knie tatsächlich den Vordersitz berühren. Das betrifft allerdings nur einen Teil der Flugzeuge von Eastar Jet; andere Modelle bieten eher den üblichen Abstand.
LCC sind also nicht alle gleich: Zwischen Air Busan oder Air Seoul und manchen Flugzeugen von Eastar Jet können bis zu 4 Zoll, also etwa 10 cm, liegen. Dieser Unterschied hat mich wirklich überrascht.
Überraschend: Auch innerhalb derselben Airline hängt der Komfort vom Flugzeug ab
Dieser Punkt ist wichtig: Die Sitze einer Fluggesellschaft sind nicht in allen Flugzeugen gleich.
Jin Air ist dafür ein gutes Beispiel. Die Sitze in der B737-800 von Jin Air haben eine übliche Breite, während die B777 von Jin Air in einer 3-4-3-Anordnung bestuhlt ist. Dadurch werden die Sitze schmaler. Die B777 von Korean Air und Asiana sind in einer 3-3-3-Anordnung bestuhlt und bieten breitere Sitze. Selbst beim gleichen Flugzeugmodell hängt die Sitzbreite also von der Kabinenaufteilung ab.
Bei T’way ist es ähnlich: Die neu eingeführten A330 sind geräumiger und bequemer als die B737. Auch bei T’way kann das Flugerlebnis deshalb je nach Flugzeug sehr unterschiedlich ausfallen. Ich habe dazu Bewertungen gelesen wie: „Auf der Sapporo-Strecke von T’way fliegt der 330, deshalb sind die Sitze geräumiger.“
Beim Ticketkauf sollten Sie deshalb das eingesetzte Flugzeugmodell prüfen und nicht nur auf den Namen der Airline achten. Der Flugzeugtyp, etwa „B737-800“, steht auf der Buchungsseite meist im Kleingedruckten.
Für einen angenehmen Flug versuche auch ich, mich auf 3 Dinge zu konzentrieren: den Preis, den Flug und das Flugzeugmodell.
So finden Sie zum gleichen Preis einen bequemeren Sitz
Ich habe meine Recherchen in 4 leicht nachzulesenden Punkten zusammengefasst. Merken Sie sich diese 4 Tipps für Ihren nächsten LCC-Flug.
1. Prüfen Sie zuerst das Flugzeugmodell. Es steht bei der Buchung im Kleingedruckten. Der Flugzeugtyp ist oft wichtiger als die Airline.
2. Schauen Sie bei kurzen Flügen nach Japan oder Südostasien zuerst nach Air Busan und Air Seoul. Selbst wenn der Preis etwas höher liegt, gleicht der Sitzkomfort den Unterschied oft aus. Beide gehören zu den LCC mit dem größten Platzangebot.
3. Suchen Sie für Mittel- und Langstrecken nach einem Großraumflugzeug. Beispielsweise nach einem A330 von T’way oder einer B777 von Jin Air. Beachten Sie aber: Die Sitze in der B777 von Jin Air sind schmaler. Vergleichen Sie hier deshalb vor allem den Sitzabstand.
4. Ein Sitz am Notausgang kann den Aufpreis wert sein. Auch bei einer LCC lassen sich dank der freien Fläche vor diesen Reihen die Beine ausstrecken. Der Aufpreis beträgt ungefähr 5.000 bis 10.000 Won. Bei einem Flug von mehr als 3 Stunden finde ich, dass sich das lohnt.
Ich habe bereits einen Artikel über den richtigen Zeitpunkt für die Sitzplatzauswahl geschrieben; er ergänzt diesen Beitrag gut. Früh den Sitz wählen + das Flugzeugmodell prüfen = ein möglichst angenehmer Flug: Diese Kombination lohnt es sich zu merken.
Für meine Japanreise im August werde ich beides tun: beim Ticketkauf das Flugzeug prüfen und meinen Sitz anschließend früh auswählen.
Fazit
Der Unterschied zwischen Billigfluggesellschaften kann bis zu 4 Zoll beziehungsweise ungefähr 10 cm betragen. Außerdem verändert sich der Komfort je nach Flugzeugmodell innerhalb derselben Airline.
Dass ich die Sitze von Air Busan und Air Seoul bequem fand, war kein Zufall: Beide gehören tatsächlich zu den geräumigsten LCC. Das erklärt die vielen Bewertungen mit der Aussage: „Air Busan und Air Seoul sind die besten unter den LCC.“
Buchen Sie Ihren nächsten günstigen Flug deshalb nicht allein nach dem Preis, sondern prüfen Sie auch das Flugzeugmodell. Vielleicht können Sie zum gleichen Budget mit mehr Beinfreiheit reisen!